Zeugnisse

Zeugnisse über Heilungen wurden nicht gesammelt, weil man damit sich gross machen wollte. Sie wurden zu Handen des Zürcher Obergerichts erbeten. Dieses hat 1861 Dorothea Trudel vom Vorwurf der unerlaubten medizinischen Tätigkeit freigesprochen. Hier zwei Beispiele:  

„Ich hatte ein krebsartiges Übel am Munde, welches nur sehr kurze Zeit durch einen Arzt in Würtemberg behandelt wurde. Trotz der ärztlichen Hilfsmittel verschlimmerte sich jedoch mein Leiden schnell und sichtlich, worauf ich in Angst geriet. Bewogen durch den weitverbreiteten Ruf der Jungfrau Dorothea Trudel entschloss ich mich zu einer Reise nach Männedorf und hielt mich zwölfeinhalb Wochen dort auf, vom 15. November 1860 bis 14. Februar 1861 Die Handauflegung und das Gebet in den Versammlungen, bei heftigen Schmerzen auch in den Nebenstunden, bewirkten eine bedeutende Linderung und langsam eine Heilung, wobei meine anfängliche Furcht wegen dem so schnell um sich greifenden Übel verschwand und freudiger Hoffnung Platz machte. Die Geschwüre im Mund und an der Unterlippe reinigten und verkleinerten sich allmählich, und meine Betrübnis verschwand immer mehr. Ich wurde stets mit der grössten Liebe, nicht nur in Worten, sondern auch in der Tat, behandelt. Diese Liebe, verbunden mit grossem Gottvertrauen, machte den tiefsten Eindruck auf meine Seele und brachten mich zum Entschluss, ein neues Leben anzufangen. Was meine Verpflegung in Männedorf betrifft, so hatten wir zu Zweien ein geheiztes Zimmer und täglich vier Mal gutes Essen, wobei wir je nach Umständen die uns zuträglichen Speisen selbst verlangen durften. Diese Kost und Logis kostete in der Woche Fr. 5.-. In zwölfeinhalb Wochen bezahlte ich Fr. 60.- und bekam noch eine Bibel und ein Neues Testament zum Geschenk, so dass ich nur meine Verwunderung über die Uneigennützigkeit aussprechen kann.“ 
F.K.

„Wir, Präsident und Gemeinderäte von Ramsen, Kt. Schaffhausen, bezeugen hiermit, dass die hiesige ledige Bürgerin K.B. vor zirka drei Jahren in einem sehr hohen Grade gemütskrank war, nun aber während ihres Aufenthaltes bei Jungfrau Dorothea Trudel in Männedorf, Kt. Zürich, respektive durch deren liebevolle Pflege und Behandlung, so wie man sich augenscheinlich davon überzeugen kann, vollkommen genesen ist, sodass dieselbe wieder bereits jedem Geschäft mit Anstand und Würde vorstehen kann. Für die erwiesenen seelsorgerlichen Bemühungen und uneigennützige Behandlung fraglicher K.B. statten wir hiermit der Dorothea Trudel unseren aufrichtigen Dank ab und wünschen derselben zu ihrem ferneren Wirken zum Wohl der leidenden Menschheit Gottes Gnade und Segen."

Ramsen, März 1861
Namens des Gemeinderates: der Präsident. J.G. der Gemeindeschreiber: J.G.

Agenda

August
Konzert  
Mo. 26.8.19, 13:45 Uhr
mit Orgel und Flöte

September
Glauben im Alltag
Sa. 14.9.19 - Fr. 20.9.19
Bruno und Margrit Schindler, Sevelen

Oktober
Eva - Gott nach einem Fehltritt folgen
Mo. 7.10.19 - Do. 10.10.19
Ruth Meyer, Steffisburg